Newsletterschwemme: Auch die Frequenz kann nerven
Alle drei Tage erhalte ich inzwischen eine Mail von >> Auditorium Ja, irgendwann einmal habe ich da eine Audio-CD bestellt und ja vermutlich meine Mailadresse hinterlassen.
Mich nervt ja auch gar nicht, dass hier meine eMail Adresse für einen Newsletter benutzt wird. Nein, mich nervt die Frequenz. Alle drei Tage kommt irgendeine Mail und eine neue Chance irgendetwas Supertolles bestellen oder an irgendeiner Veranstaltung teilnehmen zu können. Übrigens, >> die Mail, ist nicht mal gut gemacht.
Es gibt ja ein Menge Tipps über Newsletter: Gestaltung, Aufbau, Verteiler, Inhalte, Software und so vieles mehr noch an Infos. Aber nicht vergessen sollte man dabei die Verteilerfrequenz. Also bitte nicht übertreiben das Ganze.
Business & Marketing schaltet den aktuellen Auditorium-Newsletter jetzt auf Spam oder versucht aus dem Verteiler rauszukommen.
Crowdsourcing: Hier hat der Kunde die (Marketing) Macht
Zur Erinnerung: Wie wir in einem >> anderern Beitrag bereits geschrieben haben, wird beim Crowdsourcing eine Schar kostenloser oder gering bezahlter Menschen dazu “benutzt”, freiwillig Inhalte zu generieren. Diese Gruppe kann aber auch diverse Aufgaben und Probleme lösen oder ist an Forschungs- und Entwicklungsprojekten beteiligt.
Ein auf Crowdsourcing aufgebautes, strategisches Geschäftsfeld birgt also ein gewisses “Risiko” in sich. Durch die Lieferung des Contents, also des eigentlichen Angebotes durch die Zielgruppe, hat diese eine wesentliche höhere (Marketing) Macht. Sozusagen ein nicht direkt ausgesprochenes und meist nicht definiertes Mitspracherecht mit hohem Wirkungsgrad. Bemerkenswerterweise wird dies von den jeweiligen Anbietern oftmals entweder nicht verstanden oder ziemlich naiv einfach ignoriert.
Zwei Beispiele:
>> XING und die Werbepanne
Der Vorfall ist bekannt. XING wollte auf den Profilseiten der Premiumkunden Werbeeinschaltungen verkaufen und hat diesen Plan nach sehr kurzer Zeit wieder verworfen. Die >> Gegenwehr war gewaltig.
>> marketing.de und Kommunikationspanne
Hier ist die “Panne” im Augenblick in der Entstehung. Die Beta-Version von marketing.de ist seit Herbst 2007 online. Inzwischen werden >> eindeutige Unmutsäusserungen der User von Unternnehmensseite nicht mehr beantwortet. Weitere, zusätzliche Unruhe und entsprechender Unmut macht sich breit. So kann man eine Wissensplattform sehr schnell und konsequent zu Grunde richten. Bei marketing.de dann, wenn die User keine Inhalte mehr liefern. Dann nützt auch die Topdomain nichts mehr.
Dieses “Mitspracherecht” der Kunden und Contentlieferanten kann allerdings auch sehr effektiv genutzt werden, um nicht, wie in den obigen Fällen, mit den Füssen getreten zu werden.
Hier einmal konkrete Möglichkeiten, wie man es nutzen kann:
1. Focus Groups/Round Tables
Gespräche in kleinem Kreis mit dem Ziel der Verbesserung des Angebotes und der Mundpropaganda.
2. Umfragen unter den Mitgliedern
Generierung von neuem Content und internes Wissen über den Nutzer und seine Interessen.
3. Moderationstätigkeiten
Integration von Migliedern indem man ihnen, bei bestimmten Angeboten (zB. Foren), ein höheres Level, zum Beispiel der einer Moderatorentätigkeit, zuteilt.
4. Empfehlungsmarketing
Zusätzlich zur Mundpropaganda stehen beispielhaft auch Merchandising und Prämienprogramme zur Verfügung.
5. Mitgliedertreffen
Lockere Treffen wie zum Beispiel Barcamps oder “Stammtische”.
Das alles hört sich jetzt danach an, dass nur grosse Projekte in Angebote umgesetzt werden können. Weit gefehlt. User generates Content lässt sich auch als kleinere Segmente in das Unternehmen integrieren.
Darüber allerdings ein anderes mal.
Preispolitik: Der Chefredakteur als Verkäufer
Sie sagen das passt nicht zusammen. Stimmt genau. Und deshalb ist das auch auch gewaltig in die Hosen gegangen. Chefredakteuer Thomas Osterkorn/ >> stern musste diese Woche eine Preiserhöhung seines Stern verkaufen. Um 20 Cent auf 3 Euro für Kioskkäufer. Roundabout sieben Prozent.
Und wie verkauft ers: Grins. Headline “8900 000 000 000 Euro – So reich ist Deutschland = Titelgeschichte. Darüber lässt er sich dann die Hälfte des Editorials aus. Darüber wie reich wir alle sind. Hartz 4 lässt grüssen. Und dann, ja dann verkauft er, direkt im Anschluss, seine Preiserhöhung.
Die Peinlichkeit kommt an Schluss. Hier muss der legendäre Vergleich mit dem Kaffee herhalten. Der Hinweis an seine Leser, dass der Stern (nur) so viel kostet wie ein Latte macchiato, den man im Cafe in wenigen Minuten schlürft. Herr Osterkorn fürs nächste Mal ein Gratistipp: Der Vergleich mit einen Glas Bier ist auch beliebt und, auch von Chefredakteuren, immer wieder gerne genommen.
Der Werbe-Stern der Woche geht …
an die >> Seite 1/Titelseite im >> Stern, Ausgabe 04/2008
Warum denn nun die Titelseite? Es ist aktuell die beste Werbung für die neue Biografie über den US-Star Tom Cruise.
Tom Cruise ist Scientology Mitglied und allein schon aus diesem Grunde immer wieder in den Schlagzeilen.
Viele Meinungen zum Thema Tom Cruise und seiner Mitgliedschaft gibt es bei >> Stefan Niggemeier
Die Titelgeschichte kam pünktlich, pünktlich zum Erscheinungstag der Biografie in deutscher Sprache.
Droemer Verlag, 1. Auflage/Januar 2008
432 Seiten, Preis 19,95 €
bei >> amazon
Business & Marketing blättert jede Woche im >> Stern und vergibt äusserst subjektiv, an die Anzeige die ihm als einzige in der Masse überhaupt noch aufgefallen ist, den Werbe-Stern der Woche.
Schreiben Sie doch einfach einen Handy-Roman
Sie sagen, das ist ein schwachsinniges Angebot ohne Zielgruppe. Na dann lassen Sie sich mal eines besseren belehren. Koizora (Love Sky) ging bisher einskommazweimillionen (1,2) mal über den Ladentisch.
Konkret: In Japan tippen junge Autoren Ihre Romane auf dem Handy und verkaufen sie oft danach als gedruckte Version. Regelmässig sind eine Menge solcher Romane auf den japanischen TopTen zu finden.
Und Europa? Vermutlich erschien sogar der erste Handy-Roman in Italien. Ein italienischer Berufspendler tippte während seiner Zugfahrten sagenhafte 384 Seiten auf seinem Handy. 17 Wochen und der erste Handyroman war fertig. Der Autor Signore Bernocco nannte seinen Science-Fiction Roman passenderweise Compagni di Viaggo (Mitreisende).

