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ist der Ruf erstmal versaut … | Das Prinzip der Reputation

jackwolfskin… dann lebt es sich ganz ungeniert. Die Geschäftsleitung bei Jack Wolfskin hat sich wohl geärgert und kurzerhand ein paar Kleinstunternehmer abgemahnt.

Was ist passiert?

“Ich hab heute eine Abmahnung von Jack Wolfskin im Briefkasten gehabt 991 Euro.”, schreibt fliegenpilzle am 14.10., 18:35 Uhr, im DaWanda-Forum. “Huhu, jetzt sind wir schon zwei. Ein 859 € Einschreiben hat mir der Postbote heute gebracht.”, schreibt Dasaba an gleicher Stelle am 16.10., 13:20 Uhr. Das sind die ersten Meldungen die im Forum von DaWanda landen (Quelle werbeblogger). Ausführlich berichtet der werbeblogger und spiegel online.

Jack Wolfskin verschickt Abmahnungen an Hobbydesigner bzw. Kleinstunternehmer. werbeblogger und damit in der Folge die gesamte Blogsphäre schreibt, die Tasten glühen. Bei Twitter laufen die Kurzmeldungen auf. Die Folge. Die Presse greift das Thema auf. Focus online und Spiegel online berichten. Der PR-Gau für Wolfskin ist perfekt.

Drei Tage später die erste Pressemitteilung von Jack Wolfskin. Immer noch nichts gelernt, keinen Marketing-Fachmann gefragt. Wieso eigentlich.

Rechtlich mag die Abmahnerei sogar einwandfrei sein. Dem sicher bei Wolfskin formulierten und bisher so kommunizierten Markenkern der Tatze entspricht das sicher nicht. Der gute Ruf ist dahin. Auch zum Beispiel das soziale Engagement beim Projekt Rebound steht im Widerspruch wenn man Kleinstunternehmer abmahnt und der Gier des Geldes folgt anstatt das Gespräch sucht. Die Fehlentscheidung der Geschäftsleitung ist vermutlich nur in Umsatzrückgängen direkt messbar.

Was tun?

Das Fehlverhalten von Unternehmen spricht sich rum. Regional sehr schnell. Da ist der Bäcker oder Metzger schnell unten durch. Und Überregional? Im Web 2.0 mit Twitter und Blogs fast genauso schnell. Das hätte Jack Wolfskin inzwischen wissen müssen. Fachkompetenz war da nicht vorhanden oder wurde nicht bis zur Geschäftsleitung hin kommuniziert.

Was ist tun? Man kann so ein “herumschwirren” schlechter Meinungen und Kritik über sein Unternehmen, seine Produkte durchaus “auffangen”. Mit gezielten Aktionen. Warum lädt Jack Wolfskin die “Kopierer” nicht in seine Firma ein, erklärt die Gründe für seine Reaktion, erlässt die Kosten und entwickelt zusammen in der Gruppe neue Ideen oder Produkte. Egal ob vermarktbar – einfach so. Die Meinung von Verbrauchern abfragen. Oder Wolfskin lässt auf dem Markt befindliche Produkte von den Betroffenen an einem Wochenende testen – lädt die Presse ein wird aktiv, anstatt sich zu verteidigen. Produziert positive “Presse”. Rechthaberei scheint hier an dieser Stelle doch der falsche Weg zu sein.

Der gute Ruf verkauft! So einfach ist das. Alle Kommunikationsmaßnahmen müssen genau darauf ausgerichtet sein. Nur dann ist positive Mundpropaganda und Empfehlungsmarketing möglich.

Update
Jack Wolfskin bewegt sich und sucht das Gespräch mit dem werbeblogger

Update 2
Jack Wolfskin zieht Abmahnungen zurück – werbeblogger

Infos
Stellungname Jack Wolfskin (pdf)
Kognitive Dissonanz, Klappe, die Zweite
Jack Wolfskin Stellungnahme
Jack Wolfskin eröffnet den Abmahn-Herbst!
Jack Wolfskin bei Adage in den USA angekommen
Die Fans von Jack Wolfskin

Kommentare

6 Antworten auf “ist der Ruf erstmal versaut … | Das Prinzip der Reputation”
  1. rabe sagt:

    “Jack Wolfskin – Dies ist erst der Anfang”
    Die Bären-Community hat Ärger mit JW:

    http://skorpionstich.wordpress.com/2009/10/22/jack-wolfskin-dies-ist-erst-der-anfang/

  2. Ich stelle fest, die PR-Aktion hat es gebracht. War das vielleicht von vornherein von Wolfskin so geplant? Jetzt hat die Firma zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. 1. Aufmerksamkeit erregt (nur 20 % der Bevölkerung checken das das negativ war, die anderen nehmen einfach vermehrt Wolfskin wahr). 2. Jetzt kann man noch zeigen wie einsichtig und lernwillig man ist. Nein, ich behaupte, dass in den letzten Jahren viele solche Kampagnen lanciert wurden – und sie waren in den meisten Fällen erfolgreich. Man muss eben nur den Proporz in das Kalkül mit hinein nehmen.

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