Die Marketingberater

Marketing – alles out | offener Brief Nr. 012

MaketingallesoutIst Marketing out und vorbei? Warum? Eventuell, weil die bisher eingesetzten Massnahmen nicht mehr zum Erfolg führen oder weil die “neuen” Mittel, wie zum Beispiel Viral Marketing oder Flash Mobs überhaupt nicht oder sehr schwer auf einem direktem Weg messbar sind.

Marketing kann gar nicht vorbei sein. Marketing ist nur der (Wort) Begriff für die Dinge, die Unternehmen tun. Das Dach für Kommunikationstrategien, Werbung, Design, Branding, Preispolitik, Postionierung und vieles mehr. Ob ein Unternehmen Marketing bewusst “macht” oder nicht, letztlich stellt es sich nach aussen in irgendeiner Form dar. Ein Unternehmen muss nicht bewusst Marketing machen, es tut es automatisch. Für mich ist alles, wie und wo ein Unternehmen im Markt agiert, Marketing.

Allerdings, dass sich mit dem Markt auch Marketing verändert, ist unbestritten. Die Unternehmen erhalten immer weniger greifbare beziehungsweise verwertbare Informationen über ihre Kunden. Eine direkte Kundenansprache ist also nahezu unmöglich geworden. Marketing arbeitet grösstenteils wie in einer Black Box und dadurch ausschliesslich auf der Grundlage subjektiver Entscheidung.

Ein wesentlicher Punkt kommt an Schwierigkeiten hinzu: Die (Marketing) Macht liegt beim Kunden. Sie, die (Marketing) Macht, hat die Seiten gewechselt. Der Kunde will sich nichts mehr verkaufen lassen, sondern er wählt das aus, was seine Bedürfnisse erfüllt. In der Konsequenz heißt das, dass bisherige Marketingstrategien den Markt nicht mehr beeinflussen können. Emotionalisierte Produktversprechen werden immer weniger Wirkung zeigen.

Marketing wird zukünftig die Philosophie des Unternehmens, seine Visionen, sein Anliegen mehr denn je verkörpern und im Unternehmen umsetzen müssen. Nur darüber wird die zukünftig notwendige Kundenakzeptanz gegenüber “dem Angebot und dem Gedanken des Unternehmens” entwickelt.

Wer darauf setzt, hat zukünftig nicht nur Kunden sondern Fans. Wie es uns die ein oder andere Firma bereits vormacht ist durchaus auch “Kultstatus” erreichbar.

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Beste Grüsse
Jürgen Linsenmaier

Kommentare

5 Antworten auf “Marketing – alles out | offener Brief Nr. 012”
  1. Mandy sagt:

    “In der Konsequenz heißt das, dass bisherige Marketingstrategien den Markt nicht mehr beeinflussen können. Emotionalisierte Produktversprechen werden immer weniger Wirkung zeigen.”

    Grundsätzlich gehe ich da mit. Aber;-), der Unterschied in den Verkaufszahlen zwischen zwei nahezu identischen Produkten, beworben mit extrem unterschiedlichen Marketingbudgets, zeigt, dass erfolgstechnisch nicht nur die Art des Marketing sondern auch die Menge eine nicht unwesentliche Rolle spielt.
    Vom Kultstatus weniger abhängig dürften auch reine Konsumartikel (täglicher Bedarf) sein, hier sollte man vielleicht differenzieren.

    Spannend finde ich allemal, dass die Unternehmen quasi genötigt sind an ihrer CI zu arbeiten. Das ist doch eine überaus erfreuliche Entwicklung, auch für die Mitarbeiter.

    Schöne Grüsse und einen guten Start in die neue Woche!

  2. täglicher Bedarf = z.B. (Bio)-Nahrungsmittel = durchaus bereits auf dem Weg eine Philosophie, ein Anliegen zu werden.

    Jürgen und danke für die Grüsse

  3. Hannes sagt:

    Wenn man den Absatz

    “Die Unternehmen erhalten immer weniger greifbare beziehungsweise verwertbare Informationen über ihre Kunden. Eine direkte Kundenansprache ist also nahezu unmöglich geworden. Marketing arbeitet grösstenteils wie in einer Black Box und dadurch ausschliesslich auf der Grundlage subjektiver Entscheidung.”

    mit den Aussagen aus den Artikeln

    Doppelgänger im Netz – http://www.zeit.de/1999/30/199930.datenschutz_d-us.xml
    StudiVZ, Myspace, Facebook: Werbung in sozialen Netzen! – http://www.handelskraft.de/2007/12/17/studivz-myspace-facebook-werbung-in-sozialen-netzen/
    Big Brother Awards
    Die schlimmsten Datensammler – http://www.focus.de/digital/multimedia/tid-7650/big-brother-awards_aid_135686.html

    zusammenfügt, ergibt sich ein gewissen Widerspruch; oder?

  4. Mit ist die “totale Ã?berwachung ” schon bewusst.

    1. Die Frage ist, lässt sich der Verbraucher zukünftig davon zum Kauf beinflussen oder passiert sogar das Gegenteil?

    2. Lassen sich diese Daten wirklich nutzen und verwerten in Zusammenhang mit einem zu generierenden Mehrumsatz?

    Gruss Jürgen

  5. Hallo,

    sicherlich ist der Titel bewusst etwas provokant formuliert und die Antwort wird ja auch schon teilweise im Text gegeben: Marketing ist natürlich nicht out, vielmehr müssen die Entscheidungsträger aufgrund der stark veränderten Rahmenbedingungen (Stichwort: kritischer und informierter Kunde) in ihren Strategien drastisch umdenken. Simple Werbebotschaften werden mehr und mehr durchschaut und schnell zum Bumerang. Marketing muss viel mehr Dialog mit dem Kunden und eine solche Vorgehensweise Grundbestandteil einer Firmen-Philosophie sein. Wie im Beitrag erwähnt, haben dies glücklicherweise bereits einige Unternehmen erkannt und stehen den Nokias und LIDLs dieser Welt als Gegenpart gegenüber. Unternehmen können sich ihrer sozialen Verantwortung nicht länger entziehen – nicht zuletzt deshalb, weil sie permanent auf dem Prüfstand der Kunden stehen.

    Im Gegensatz zum prophezeiten Ende des Marketings steht diesem also eine überaus spannende Zeit bevor.

    Gruß,
    Kerstin Plehwe

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